Werner Löwe - Biografie
Paris - Eschefeld

Roland Paris - Sonja Eschefeld



05.04.-08.06.2008



Roland Paris

Italien und die deutschen Maler - das ist schon etwas ganz Besonderes. Auf dem Wege zu der mediterranen Landschaft, zu den von der Antike und allen späteren Epochen geprägten Städten und Dörfern, zu den ortsansässigen Gleichgesinnten entstanden skizzierte Reisetagebücher, getuschte Impressionen oder bedächtig ausgeführten Reiseerinnerungen. Unglaublich viele Künstler gingen in das gepriesene Land, nicht wenige blieben sehr lange dort.
Auf der Suche nach Gründen dafür könnte man, aus heutige Sicht, antworten: Vielleicht, weil man dort ein Lebensgefühl findet, das nahe genug ist, um es anzunehmen. Vielleicht aber auch, weil es in der weiten Distanz noch ausreichend Raum für Träume, Verlangen und Sehnsüchte lässt, die dann vor Ort Realität zu werden scheinen.
Italien und Ronald Paris - das ist auch etwas ganz Besonderes. Ronald Paris, dessen Bedeutung nach fast einem halben Jahrhundert künstlerischen Schaffens in Galerien und Kunstgeschichtsbücher sehr deutlich erfahrbar ist, würde man nicht unbedingt mit diesem Thema assoziieren. Er aber, unglaublich agil, stellt sich dieser gewollten Herausforderung und besticht mit feinsinniger Beobachtung von Stimmungen sowie Gegebenheiten vor Ort. Nichts lässt er dabei aus, nichts verschmäht er, Alltägliches empfindet er als bildwürdig und Legendäres wird ernüchternd protokolliert, um zu einer Bilanz zu kommen, die der Gültigkeit der Altvorderen nicht nachsteht.
Dieses Italienerlebnis gibt sich durch eine unglaublich kraftvolle Malerei weiter.
Für uns war es ein Ehre, das vermitteln zu dürfen.





Sonja Eschefeld

Zunächst ist alles wie bei einer Landschaft. Unser Blick verweilt bei Licht und Schattenspiel, bei sanften Schwingungen und Erhebungen oder aber bei schroffen Kanten und Graten. Sehr schnell aber wird dem Betrachter klar, dass es sich um Körperlichkeiten,
Figuren, um menschliche Gestalten handelt. Eisengüsse von Sonja Eschefeld, entstanden in den letzten beiden Jahrzehnten, sind stark bewegte Plastiken die etwas von zutiefst menschlichen Kämpfen und Konflikten vermitteln, in denen wir an Gebärden, Gesten und Haltungen erahnen und vielleicht verstehen können was an Furcht und Verzagtheit, an Wut und Aggression, an Aufbruch und Entschlossenheit spannungsreiche Form angenommen hat. Das ist ein sich dem Menschen -Zuwenden ohne vordergründige
Glätte und Gefälligkeit, ohne detaillierte Bestimmung von Äußerlichkeiten oder Geschlecht.

Kein Zweifel, interessant wird es in der Nahsicht, wenn nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Prozesse, die zu diesen Plastikgruppen führten, einsehbar werden. Die Künstlerin schneidet in einem Block, so wie man Stein bearbeitet, von außen nach innen. Der Ton gibt ihr die Möglichkeit der Zeichnung; Linien und Aufmodellierungen durchbrechen die Strenge. Schnitte in weiches Material werden zu wirklichen Schnitten, sie sind fast schmerzhaft nachvollziehbar. Die Oberflächenstruktur des finalen Gusses ist geprägt von Altersspuren und Korrosionselementen und erinnert an die Endlichkeit alles Leidens und Aufbegehrens.