Christine Reinckens



Christine Reinckens begreift die Darstellung des Menschen als malerische Herausforderung. Wenn sie mit den Porträtierten in künstlerische Zwiesprache tritt, dann, um ein sehr persönliches Bild von den Dargestellten zu schaffen. Mit ihrem wichtigsten Ausdrucksmittel, der Farbe, fokussiert sie zunächst sehr akkurat und überscharf die Wiedererkennbarkeit des deutlich Sichtbaren, raumfüllend, dabei alles, was an Bewegung, Attribut oder Umgebung ablenken könnte, weglassend.
Um den Augenblick aber festzuhalten, ist es für sie wichtig, mit einem Gefühl für die Porträtierten zu malen, also sich mit Gesichtszügen, Gesten, Blicken und Körperhaltungen eine weitere Dimension zu erschließen etwas von der inneren Welt und vom tiefsten Wesen der
Persönlichkeit und ihrem Lebensgefühl einzubringen. So werden Intelligenz, Lebensweisheit und Wärme, Schönheit und Lebenslust, Reife, Erfahrung und Abgeklärtheit oder aber auch Niedergeschlagenheit und Verletzlichkeit zu spürbaren Themen, die über den Charakter einer Momentaufnahme hinausgehen.
Diese Art Malerei ist ebenso distanziert wie einfühlsam. In ihrer Ehrlichkeit ist sie nicht gefällig, mitunter sogar schonungslos; eines aber nie - ohne Würde.

Biografisches

1962 geboren in Hannover
1982-1990 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel
1992 Mitglied Künstlersonderbund
1994 Deutscher Kunstpreis der Volks- und Raiffeisenbanken
1994 Gründungsmitglied Kunstbalkon e. V.
1998 Kulturförderpreis der Projekte des Kunstbalkons
2002-2004 Lehrauftrag für Zeichnen an der Kunsthochschule Kassel
2007 Wilke Atelierstipendium
2009 UPK- Kunstpreis